Große Pläne und eine Vision. Das ist die Motivation der Leute hinter dem Projekt C3S. Man will die Musikindustrie bereit für die Zukunft machen und auch ein bisschen umkrempeln. Von intransparenten und festgefrorenen Strukturen wie bei der GEMA ist hier keine Rede und doch hat man sich zum Ziel gesetzt  eine Alternative für Creative-Commons Urheber zu schaffen.
Die C3S will im Gegensatz zur GEMA nicht nur in Sachen “Firmenpolitik” einiges anders machen, sondern auch eine ganz andere Zielgruppe ansprechen. Während sich die GEMA weigert mit Creative Commons Lizenzen zu arbeiten, will die C3S genau auf diese Zielgruppe eingehen. CC-Lizenzen beinhalten prinzipiell das Recht jenen Content zu veröffentlichen, wenn man dabei einen Verweis auf die ursprüngliche Quelle setzt. Die Lizenz wird dann nochmals in 6 verschiedene Kategorien unterteilt:
  • CC BY: Die Creative Commons Lizenz mit den wenigsten Einschränkungen (ausgenommen CC0 aber diese einmal herausgenommen). Bearbeitung sowie kommerzielle Nutzung ist erlaubt.
  • CC BY-SA: Erlaubt wie CC BY auch eine Bearbeitung, sowie eine kommerzielle Nutzung, allerdings unter der Vorraussetzung, dass der “neue” Content auch unter diesen Bedingungen weitergegeben wird.
  • CC BY-ND: Darf auch kommerziell weiterverwendet werden, aber darf nicht abgeändert/bearbeitet werden.
  • CC BY-NC: Die Bearbeitung ist hier zwar erlaubt, aber eine kommerzielle Nutzung ist untersagt.
  • CC BY-NC-SA: Die Bearbeitung ist auch hier erlaubt, allerdings darf man das Werk nicht kommerziell verwenden. Außerdem muss es unter gleichen Bedingungen weitergegeben werden.
  • CC BY-NC-ND: Weder eine Bearbeitung, noch der kommerzielle Gebrauch ist bei dieser Lizenz gestattet.

Bei all den oben aufgezählten Lizenzen gilt natürlich: Namensnennung ist Pflicht.

Nun die C3S will sich an jene Leute richten die Ihre Werke als Nicht-Kommerziell veröffentlichen (dies sind angeblich um die 60% der Werke). Denn nur weil dies die prinzipielle Lizenz ist, heißt dies ja nicht, dass man dieses Werk gar nicht kommerziell zu nutzen ist. Für diese Fälle will die C3S der zentrale Ansprechpartner werden. Sie soll es also sowohl für Produzenten, als auch für Verwerter einfacher machen, ihren Content zu verteilen bzw. CC-Content zu bekommen.

Bei der gesamten Unternehmung wird versucht, so fair wie möglich zu bleiben. Dabei wird vor allem auf folgende Punkte viel wert gelegt:

  • 1:1 Abrechnung und Weitergabe an die Produzenten, anstatt verzerrter Statistiken
  • die Mitgliedsbeiträge sollen so gering wie möglich gehalten werden und zudem erst von den Einnahmen abgezogen werden. So wird die C3S auch besonders attraktiv für “kleine” Künstler.
  • Bis zu Einnahmen von 500 bis 1000 Euro im Monat sollen Lizenzeinnahmen zu 100% an den Content-Produzenten gehen. Danach wird derzeit mit bis zu 10% an Abgaben gerechnet. Dies liegt aber noch deutlich unter jenen der GEMA, welche etwa 15% verlangt.
  • gleiches Stimmrecht für alle Mitglieder soll echte demokratische Entscheidungen möglich machen
  • Auch MicroPayment wird in der C3S seinen Platz finden

Die Idee kommt gut an. Immer mehr vor allem Verwerter zeigen Interesse an der C3S. Aber wenn es an der Zeit ist, werden sich ganz bestimmt auch genügend Content-Produzenten finden, die sich an dem Projekt beteiligen. Es ist gut, dass endlich frische Luft in diese Landschaft kommt. Auch wenn sich die C3S nicht als direkter GEMA-Konkurrent aufstellt, wird auch die GEMA die Auswirkungen zu spüren bekommen, sollte dieses Projekt einmal abheben.

Die derzeitigen Planungen konzentrieren sich primär auf den Start in Deutschland. Jetzt müssen erstmal Schritte wie die Genossenschaftsgründung sowie eine Finanzierung der Systementwicklung gemeistert werden. Für letzteres werden derzeit auch noch Investoren gesucht. Bis zur Anmeldung beim Deutschen Patent- und Markenamt sollte man dann schon eine beträchtliche Zahl an Urhebern aufweisen können, um eine Bewilligung erreichen zu können. Die Erwartungen liegen bei etwa 1000 Urhebern. Die C3S soll aber kein rein deutsches Projekt bleiben. Auch will man sich auf dem europäischen Markt rehabilitieren. Konkrete Zeitpläne für den Start in anderen Ländern wie etwa Österreich gibt es noch nicht. Es wird damit gerechnet, dass man Anfang nächsten Jahres Aussagen dazu tätigen kann. Aber irgendwo muss ja begonnen werden. Ist der erste Schritt einmal getan will man sich um einer Erweiterung des Systems bemühen. So werden weitere Ziele etwa die Realisierung von verschiedenen Lizenztypen in mehreren Bereichen sein.
Erst wenn diese und viele andere Hürden genommen wurden, ist auch über die Unterstützung von anderem Content, wie etwa Bilder, Video oder Text nachzudenken.

Ein Projekt, welches auf jeden Fall auch in Zukunft meine Aufmerksamkeit haben wird, denn die Idee ist gut und verhindert bei Erfolg, auf jeden Fall einmal die Monopolstellung in der heutigen Verwertungsgesellschaft.

Zukünftige Informationen, um am aktuellen Stand zu bleiben findet man nicht nur auf der Website (wo übrigens auch geflattrt werden kann) sondern auch in den sozialen Netzwerken auf Twitter, Facebook, Tumblr und Google+.

 

Bild: Screenshot / c-3-s.eu